Skip to main content

CT

Landtagskandidaten auf dem heißen Stuhl

Jugendparlament organisiert Podiumsdiskussion. Jugendliche und junge Erwachsene äußern ihre Fragen. Wahlrecht und Bildung sind Thema.

Ist es richtig, dass der, der noch keinen Schnaps kaufen darf, auch nicht wählen sollte? Rede und Antwort standen Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion, organisiert vom Jugendparlament Brilon, die aktuellen Landtagswahlkandidaten: Matthias Kerkhoff (CDU), Peter Newiger (SPD), Dr. Jobst Köhne (FDP) und Reinhard Prange (Die Linke). Als Vertreter für die verhinderten Kandidaten erschienen Annika Neumeister (Die Grünen) und Daniel Wagner (Piraten). 45 interessierte Jugendliche und junge Erwachsene folgten der Einladung des Jugendparlaments ins Casino der Sparkasse Hochsauerland, um die Politiker mit ihren Fragen zu konfrontieren.

 

Nachgeforscht

Mit einer Online-Umfrage hatte das Jugendparlament in den letzten Wochen die Interessen, Ideen, Anregungen und Sorgen der Jugendlichen aus Brilon festgestellt. Zu diesen Themen mussten die Politiker Stellung beziehen und ihre Ansichten vor dem Publikum vertreten.

Wahlrecht: Gerade zum Thema Wahlrecht unter 18 Jahren wurden verschiedene Argumente in einer hitzigen Diskussion ausgetauscht. Ist ein Jugendlicher erst mit 18 Jahren soweit gereift, eine richtige Entscheidung zu treffen? Er muss ja auch mit 16 Jahren eine Berufswahl treffen, die für die nächsten 40 Jahre entscheidend ist. Hängt die Reife überhaupt von einer Altersgrenze ab und wer vertritt die Interessen der Jugendlichen? Ist es richtig, dass derjenige, der noch keinen Schnaps kaufen darf, auch nicht wählen sollte?

Bildung: Natürlich ging es auch um Bildung. Die politischen Vertreter waren sich einig, dass der Stundenausfall reduziert werden muss, kleine Klassen bessere Lern- und Lehrmöglichkeiten bieten und das Duale System nicht in Frage gestellt werden darf. Die Berufswahl- und Schulformen sind so breit aufgestellt, wie noch nie. Aber auch die Weiterbildungsmöglichkeiten in Berufen ohne Abitur müssen bekannter gemacht werden. Allerdings werden die vielen Möglichkeiten im ländlichen Bereich durch den Personennahverkehr eingeschränkt. Hier müssen neue Konzepte her.

 

Nachgefragt

Nach einer guten Stunde hatten die Anwesenden die Möglichkeit, die Politiker mit ihren persönlichen Fragen zu löchern. Die Anerkennung von Schulabschlüssen in anderen Bundesländern, die Rettung der konservativen Landwirtschaft im Sauerland, Legalisierung von Cannabis, die Erhebung von Rundfunkgebühren für YouTube-Streaming, aber auch die Zukunft der Rente wurden diskutiert. Die Politiker wurden mit vielen Anregungen und neuen Ideen von den Jugendlichen verabschiedet.

 

>>>>Und das sagen die Jugendlichen:

„Wenn Politiker da sind, kann man sich auch mal mit Leuten identifizieren, nicht nur mit fernen Parteien. Je früher man sich informiert, desto besser. Dann muss ich mich nicht nächstes Jahr innerhalb von drei Monaten entscheiden.“ – Reniyha, 17 Jahre

„Ich finde Fragen der Schulpolitik wichtig. Die bisherige Regierung war da nicht so erfolgreich. Ich wollte mal beim CDU-Kandidaten nachhören, was er dazu zu sagen hat – und ihn sonst auch darauf ansprechen.“ – Sven Becker, 16 Jahre

„Mich hat mein Amt beim BDKJ dazu bewegt, die Veranstaltung zu besuchen. Wir setzen uns für mehr Zuschüsse für die Jugendlichen ein. Ich wollte aber auch erfahren, was die Politiker im Hochsauerland bieten.“ – Theresa Braun, 24 Jahre

„Mich interessiert die Schulpolitik – gerade in NRW. Ich bin definitiv für G9. Das fehlende Jahr merkt man schon. Für die Schüler, die nach uns kommen, sollte man sein Möglichstes tun.“ – Franz Gruß, 17 Jahre

 

>>>>Info: Online-Umfrage

 

  • 94 Befragte nahmen an der Umfrage des Jugendparlaments Brilon teil. Davon 37,9 Prozent im Alter zwischen 16 bis 20 Jahren.
  • 42,1 Prozent der Befragten gaben an, sich für Politik zu interessieren – nur 8,4 Prozent, dass sie dies nicht tun.
  • 54,7 Prozent der Befragten zeigten sich mit der Demokratie, wie sie in Deutschland besteht, zufrieden.

Dateien